wo die Lippe springt Nr. 85

Eine neue Ausgabe unserer Vereinszeitschrift ist im Juli 2021 erschienen. Unsere Mitglieder sollten die Zeitschrift inzwischen nach Hause geliefert bekommen haben. Die Zeitschrift enthält auf Seite 35 auch die Einladung zu unser Mitgliederversammlung. Diese soll jetzt am 7. September um 19:30 Uhr im Kongresshaus stattfinden.

In der neuen Ausgaben führen wir unter anderem ein Interview mit dem neuen Bodendenkmalpfleger Klaus Tintelott. Wir berichten darüber, wie der Vikar Leo Allerbeck von Lippspringer Bürgern vor dem Konzentrationslager gerettet wurde. Und Kurt Herchenbach schreibt über Stechpalme, Rotkehlchen, Großer Wiesenknopf und Langhornbiene. Und Wilhelm Hagemann erinnert an die Eisteiche, aus denen noch bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts Eis für zur Kühlung von Speisen und Getränken gewonnen wurde, das dafür bis in den Sommer hinein in speziellen Eiskellern, wie zum Beispiel der Burg, aufbewahrt werden konnte.

Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre dieser und vieler weiterer Artikel viel Spaß und Freude!

175 Jahre Evangelische Kirche

Die evangelische Kirchengemeinde in Bad Lippspringe feierte heute, am Sonntag den 19. Juli 2021, „Kirchweihfest“. Vor 175 Jahren, am 17. Juli 1846 fand in der damals noch sehr kleinen Kirche der erste Gottesdienst statt.

Evangelische Kirche in der Detmolderstraße, ca. 1850 (Foto: Sammlung Gottesbüren)

Das Jubiläum wurde in aller Stille begangen. Pfarrer Schuchardt wies im Gottesdienst darauf hin, das Steine zwar wichtig seien, aber – gerade angesicht von Pandemie und Flutkatastrophe – die „lebendigen Steine der Gemeinde, nämlich die Menschen in ihr, sie sind das eigentliche Gebäude um das es geht. Sie müssen Kirche immer wieder neu bauen.“ Und so spendeten die Teilnehmenden am Gottesdienst spontan mehrere hundert Euro für die Opfer der Flutkatastrophe in NRW.

Sie waren unsere Nachbarn

Der „Arbeitskreis Stolpersteine“ in Bad Lippspringe hat jetzt einen Flyer fertiggestellt, in dem an die Bad Lippspringer Jüdinnen und Juden sowie Zeugen Jehovas erinnert wird. Der Flyer dient als Wegweiser zu den sieben Stellen im Ort, an denen die insgesamt 38 Stolpersteine verlegt wurden, außerdem beschreibt er das Projekt des Künstlers Gunter Demnig, wie es zum Projekt in Bad Lippspringe kam und geht auch kurz auf das Leben der jüdischen Gemeinde und der einzigen Familie der Zeugen Jehovas unter dem Nazi-Regime in Bad Lippspringe ein.

Hier können Sie Flyer als pdf-Dokument herunterladen.

Titelbild des Flyers zu den Solpersteinen in Bad Lippspringe

wo die Lippe springt (84)

Im Dezember 2020 ist wieder ein neues Heft unserer Informationsreihe „wo die Lippe springt“ fertig geworden. Ein ganz großes Dankeschön an alle Autoren der Artikel, an Klaus Karenfeld für die redaktionelle Leitung und die Druckerei Machradt für die Gesamtherstellung.

Kennen Sie die Geschichte des „Eggeltenpöl“ ? Manfred Hofmann schreibt darüber. Herbert Franz Gruber berichtet von der heimatkundlich sehr interessanten Grünkohlwanderung im Frühjahr. Joachim Hanewinkel hat einen Artikel „Abschied von der Telefonzelle“ verfasst, in dem er auch über die ersten „Fernsprech-Anschlüsse“ in unserer Stadt überhaupt schreibt. Klaus Karenfeld hat näheres über die Rückgabe der Stadtrechte vor einhundert Jahren recherchiert und Christian Starre lässt die Geschichte der Handwerksfamilie Heinemann „Der Friseur – ein Mann für alle Fälle“ wieder lebendig werden. Diese Artikel und noch viele mehr finden Sie in unserem neuen Heft.

Die Mitglieder des Heimatvereins bekommen die neueste Ausgabe in diesen Tagen noch rechtzeitig vor Weihnachten zugestellt. Wenn Sie das Heft auch bekommen und unseren Verein mit einer Mitgliedschaft unterstützen möchten, hier geht es zu unserem Kontaktformular.

Tillys Kreuz

In unserer Reihe über die Bad Lippspringer Denkmale fehlt noch ein wichtiges: „Tillys Kreuz“. Es steht etwas versteckt auf einer kleinen Anhöhe im Kurwald, in etwa „hinter“ der Westfalentherme in der Nähe des Ehrenfriedhofs.

Tillys Kreuz im Kurwald
Die Erläuterungstafel des Heimatvereins

Der Bad Lippspringer Johann Wilhelm Tilly darf nicht mit Johann Tilly, dem General aus dem Dreißigjährigen Krieg verwechselt werden. Unser Johann Tilly finanzierte zum Beispiel 1839 die erste Anlage des Arminiuspark im Stile eines englischen Landschaftsgarten. Damals war Tilly 73 Jahre alt. 1852 wurde Tilly auf dem Friedhof an der Arminiusstraße begraben, der dann jedoch schon 27 Jhare später geschlossen wurde. Gut, das es gelungen ist, sein Grabkreuz aus der damaligen Zeit zu erhalten. Seit hundert Jahren steht es nun schon im Kurwald.

Inschrift im Sockel des Tilly Kreuz.

Kriegerdenkmal 1813/14

In unserer Reihe über Denkmale in Bad Lippspringe erinnern wir heute an das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Befreiungskriege gegen Napoleon vor über 200 Jahren. Das Denkmal befindet sich heute im Gartenschaugelände an der „Adlerwiese“, die ihren Namen wohl von diesem Denkmal her bekommen hat.

Infotafel am Denkmal auf der Adlerwiese

Dieses Denkmal hat in der Tat schon eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich. Zuerst wurde es auf dem Marktplatz aufgebaut. Damals muss der Adler noch anders ausgesehen haben, früher schaute er zur anderen Seite.

Und auch auf der Adlerwiese selbst hat es nicht immer „ruhig“ gestanden. 2009 wurde es gar Opfer einer Vandalismus-Attacke (Link zum pdf unserer Vereinzeitschrift Nr. 61), bei der die alte Säule zerstört wurde.

Denkmal an der Adlerwiese

Eine Fotografie des alten Denkmals, auf dem der Adler nach rechts schaut, finden Sie in unserem Artikel zum Volkstrauertag 2017.

Lindenkrug

Der „Lindenkrug“ in der Detmolder Straße 116 ist sicherlich den meisten Menschen hier bei uns in Bad Lippspringe ein Begriff, auch wenn man nicht zu den regelmäßigen Kneipengästen gehört.

Der Lindenkrug an der Detmolder Starße.

Das Gebäude steht schon knapp zehn Jahre länger an der Detmolder Straße als die Evangelische Kirche. Um 1840 war die Detmolder Straße, die schnelle Chaussee von Paderborn nach Detmold noch praktisch so etwas wie eine „Ortsumgehungsstraße“, deutlich außerhalb des alten Ortskern.

Nicht nur damals war die Schänke ein beliebter Rastplatz. Viele positive Bewertungen zeigen deutlich, dass dies auch heute der Fall ist. Mehr Informationen über die Bad Lippspringer Kneipen, Bars und Restaurants können Sie übrigens in unserer Vereinszeitschrift „wo die Lippe springt“ nachlesen. Christian Starre hat darüber in der Ausgabe Nr. 83 ausführlich berichtet.

Martinsdenkmal

Nach den Kriegerdenkmalen geht es diesmal in unser kleinen Serie über die vom Heimatverein in der Stadt aufgestellten Infotafeln um einen Heiligen, um Sankt Martin.

Wie man in vielen Geschichtsbüchern oder auch bei Wikipedia nachlesen kann, war Martin auch lange Zeit Soldat. Nach seiner Bekehrung zum Christentum wollte er zwar den Heeresdienst verweigern, was ihm jedoch nicht erlaubt wurde. Später wurde er dann Bischof von Tours in Frankreich und ein guter Freund von Liborius, dem Bischof von Le Mans, dessen Andenken in unser Nachbarstadt Paderborn hoch gehalten wird.

Informationstafel
Das Denkmal kurz vor dem Eingang zum Arminiuspark

Auch über Josef Rikus gibt es einen Artikel bei Wikipedia. Der Schäferbrunnen und das Denkmal vom Mechanikus, dem Lippspringer „Spökenkieker“ wurden ebenfalls von Josef Rikus geschaffen.

Kriegerdenkmal 1870/71

Ein Denkmal an der Ecke zwischen Sandweg und Heimatstraße, die gerade zu einem größeren Parkplatz umgestaltet wird:

Dieses Bild entstand noch vor der Umgestaltung der Wiese zu einem Parkplatz.
Die Texttafel dazu.

Dieses Denkmal hat eine sehr wechselhafte Geschichte durchgemacht, auf welche auch die Tafel hinweist. Geschaffen wurde es bereits 1906 nach Plänen von Wilhelm Ehl, es stand zunächst auf dem Marktplatz. Als dieser 1968 umgestaltet wurde, wurde das damalige Denkmal ungesichert aufbewahrt, so dass so manche Teile entwendet wurden. Erst 16 Jahre später wurden die Reste des Denkmals wieder zusammen aufgebaut. Doch achten Sie mal genau auf die Daten in der Tafel unter dem Adler:

Die Namen, Regimenter und Todesdaten der geehrten Soldaten

Überrascht liest man, dass Heinrich Röhrmann schon am 10. Juli 1866 bei Kissingen verstorben ist, also schon Jahre vor dem deutsch-französischen Krieg 1870/71. Warum steht er dann auf diesem Denkmal? Selbstkritisch müssen wir eingestehen, dass dieses Kriegerdenkmal ursprünglich nicht nur den Gefallenen des Krieges 1870/71 gewidmet ist, sondern auch den Gefallenen der „Einigungskriege 1864 und 1866“.

Etwas mehr zur Geschichte dieses Denkmals können Sie nachlesen in der Ausgabe 12 von 1993 unserer Zeitschrift „wo die Lippe springt“ in dem Artikel „Der vergessene Ehrenhain“ von August Leimenkühler und in der Ausgabe 78 von 2017 von Wilhelm Grabe.

Jordanquelle

In unserer Reihe zu den neu aufgestellten Informationsschildern an den Sehenswürdigkeiten unserer Stadt können wir heute leider nur etwas Betrübliches berichten:

Informationstafel zur Jordanquelle

Unser neue Informationstafel zur Jordanquelle wurde leider kräftig verbogen und mit Aufklebern „verziert“. Doch dies ist nur ein Grund unserer Betrübnis. Den zweiten Grund zeigt unser nächstes Bild:

Die Jordanquelle ist wieder einmal trocken gefallen

Die Jordanquelle hat zur Zeit leider kein Wasser. Da ist kein Sprudeln mehr zu hören, kein frisches Quellwasser mehr zu sehen. Das reicht für keine Taufe mehr.

Das Trockenfallen der Jordanquelle ist kein neues Ereignis. Der Heimatverein hat darauf in der Vergangenheit immer wieder aufmerksam gemacht und Vorschläge zur Verbesserung der Wasserversorgung der Quelle gemacht, zum Beispiel in den Jahren 2014 und 2015. Leider konnten unsere Vorschläge für eine bessere Wasserversorgung der Jordanquelle nicht realisiert werden. Ein ausführliches Gutachten hat gezeigt, dass in trockenen Jahren die Schüttung der Lippequelle nicht mehr ausreicht, um auch die Jordanquelle zu versorgen. Viele Lippspringer kennen die Steinbeke, in der ja auch nur noch in wenigen Monaten des Jahres noch Wasser fließt. Der Jordan macht eine ähnliche Entwicklung.

Würde man tatsächlich die alte Leitung, die beide Quellen bis 1972 verbunden hat, heute reaktivieren (oder eine andere vergleichbare Verbindung schaffen), könnte in den Sommermonaten der dann in der Lippe niedriger werdende Wasserstand kritisch für die dort noch vorkommenden Fische werden. Leider lässt die Tendenz der letzten Jahre mit immer trockeneren und heißeren Sommern keine schnelle Wende erhoffen. Der Klimawandel wird hier ganz real sichtbar. Überdenken wir daher stets unser alle Tun und Handeln. Und geben wir die Hoffnung nicht auf, das im Herbst wieder ausreichend Regen fällt, so dass die Jordanquelle wieder lebendig wird.