Sonntag, 3. März: Stoffdruck, Textildruck, Blaudruck – eine alte Handwerkskunst wird präsentiert

Am Sonntag, den 3. März 2024, lädt der Heimatverein um 14:30 Uhr ganz herzlich in das Heimatmuseum im Haus Hartmann am Kirchplatz 1 ein. Das Museum ist sogar schon ab 14 Uhr geöffnet. Das Museum befindet sich im zweiten Stock, der Eingang ist (von der Kirche aus gesehen) auf der Rückseite des Haus Hartmann. Ein Fahrstuhl ist vorhanden, Besuche sind also auch mit Rollator möglich.

Ab 14:30 Uhr gibt eine Referentin eine Einführung in Stoffdruck, Textildruck und Blaudruck. Die Veranstaltung ist kostenlos, allerdings bitten wir für die aktive Teilnahme um vorherige Anmeldung. Am großen Tisch im Museum ist der Platz begrenzt. Sollte es zuviele Anmeldungen geben, ist unsere Referentin jedoch gerne zu einer weiteren Vorführung bereit.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 1. März bei unserem Vorsitzenden Herbert Gruber per Email oder telefonisch (05252-936 377) an.

Das Museum kann natürlich während der Öffnungszeit von 14 bis 16 Uhr an diesem Sonntag auch ohne Anmeldung besucht werden.

Grünkohlwanderung am 24. Februar

Der Heimatverein lädt am Samstag, den 24. Februar 2024 ein zu einer „Grünkohlwanderung“. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr auf dem Wanderparkplatz Bauernkamp (zwischen Schlangen und Veldrom).

Die Wanderung dauert dann ca. 2 bis 2 1/2 Stunden und führt u.a. zur Bielsteinhöhle. Anschließend kehren wir bei Bauernkämpers zum Grünkohl ein. Wer an der Wanderung icht teilnehmen kann, aber zum gemeinsamen Essen kommen möchte, sollte spätestens um 17:00 Uhr in der Gaststätte sein.

Anmeldungen für die Wanderung und das Essen sind noch möglich. Bitte melden Sie sich bis spätestens 19. Februar bei unserem Vorsitzenden Herbert Gruber per Email oder telefonisch (05252-936 377) an.

Grünkohlwanderungen gehören traditionell zum Brauchtum in Nordwestdeutschland. Selbst in der Online-Enzyklopädie Wikipedia gibt es dazu einen Eintrag: „Traditionell geht einem winterlichen Grünkohlessen in Gesellschaft eine Kohlfahrt („Kohltour“ oder „Grünkohlwanderung“) voraus. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Ausflug durch die Natur, an dessen Ziel der Gasthof steht, in dem das Essen serviert wird. Die Teilnehmer vergnügen sich während der Wanderung …“

Satzungsdiskussion

Auf unser Mitgliederversammlung am 6. Februar wurde auch intensiv über eine Überarbeitung der Satzung des Heimatvereins diskutiert.

Die gegenwärtig aktuelle Satzung stammt im wesentlichen aus dem Jahr 2003, da sind an verschiedenen Stellen in der Zwischenzeit Anpassungen notwendig.

Wir stellen hier den gegenwärtigen Diskussionsstand der Satzung ein, damit sich alle interessierten Mitglieder informieren können. Wir bitten herzlich um konstruktive Verbesserungsvorschläge. Insbesondere haben wir auf der Mitgliederversammlung die Frage gestellt, ob der Vereinssatzung auch eine Präambel vorangestellt werden sollte. Wenn dies gewünscht wird, bitten wir um geeignete Vorschläge.

Im übrigen wird der Vorstand in den nächsten Wochen Gespräche mit dem Finanzamt und dem Registergericht aufnehmen, damit der Satzungstext wirklich in allen Belangen „wasserdicht“ wird und der Verein weiterhin als „gemeinnützig“ anerkannt werden kann. Sobald sich durch diese Gespräche weitere Änderungen ergeben, werden wir darüber auf dieser Webseite berichten.

Es ist unser Ziel, die neue Satzung auf einer weiteren Mitgliederversammlung noch in diesem Jahr zu verabschieden.

Download des Satzungsentwurfs vom 6. Februar 2024

Einladung zur Mitgliederversammlung

Am Dienstag, den 6. Februar 202´4, um 18:30 Uhr lädt der Heimatverein zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung ein.

Diese findet statt im Kongreßhaus, Burgstraße 19, im Raum „Kleinkunstbühne“.

Die Einladung zur Versammlung, wie üblich auf der vorletzten Seite unserer Zeitschrift, wurde in den letzten Tagen an alle Mitglieder fristgerecht verteilt. Sollten Sie keine Einladung bekommen haben, informieren Sie uns bitte oder schauen Sie sich die Einladung und Tagesordnung einfach noch einmal hier auf dieser Seite an:

Einladung zur Mitgliederversammlung am 6. Februar 2024

26. Januar: Vortrag „Unsere Heil- und Flussquellen“

Ein Vortrag von Professor Dr. Wilhelm Hagemann am Freitag, 26. Januar 2024, von 18.30-20.00 Uhr im Haus Hartmann, Kirchplatz 1, im Vortragsraum in der 1. Etage. Der Eingang befindet sich auf der Rückseite des Gebäudes.

Bad Lippspringe ist das einzige Heilbad in Deutschland, das neben dem Titel „Bad“ auch eine Flussquelle im Namen ausweist. Der Vortrag zeigt maßgeblich anhand von Bildern auf, welche geologischen Besonderheiten hier zu dem Nebeneinander von Heil- und Flussquellen führen. Im Gegensatz zu den Heilquellen (Arminiusquelle, Liboriusquelle, Martinusquelle), deren Wasser aus einem Tiefenreservoir stammt, sprudeln die Flussquellen von Lippe, Jordan und Thune aus deutlich geringeren Tiefen und sind zudem geologisch deutlich jünger.

Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei. Der Vortrag findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu unserem 40-jährigen Bestehen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bad Lippspringe.

19. Januar: „Preußische Lungenheilstätten: das Auguste-Viktoria-Stift“

Achtung: Geänderter Ort!

Ein Vortrag zu einem wichtigen Kapitel unserer Stadtgeschichte, am Freitag, den 19. Januar, um 18:30 Uhr im Haus Hartmann, Kirchplatz 1, Bad Lippspringe. Referent ist unser Vorsitzender Herbert Gruber.

Unter der preußischen Regentschaft entstanden zum Ende des 19. Jahrhunderts mehrere große Lungenheilanstalten, in denen insbesondere die damalige Volksseuche Tuberkulose behandelt wurde. Viele dieser Lungenheilstätten sind heute verfallene Ruinen. Zu den bekanntesten zählen die Beelitzer Heilstätten bei Berlin, durch die heute ein Baumwipfelpfad führt, und die als sogenannter „Lost Place“ weithin bekannt sind. Dem Bad Lippspringer Auguste-Viktoria-Stift ist dieses Schicksal erspart geblieben. Der Vortrag zeigt die besondere Historie der preußischen Lungenheilstätten auf und erklärt die Rolle der „Auguste“ in diesem Kontext. Abschließend wird auch erläutert, welche Bedeutung die einstige
Volksseuche Tuberkulose heute noch hat und welche Gefahren von ihr ausgehen.

Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei. Der Vortrag findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu unserem 40-jährigen Bestehen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bad Lippspringe. Referent ist der Vorsitzende des Heimatvereins Herbert Gruber.

8. Januar: Stadtarchäologie in Bad Lippspringe

Am 8. Januar gibt es um von 18.30-20.00 Uhr im Begegnungszentrum Kaiser-Karls-Trinkhalle, Lange Str. 29a, einen spannenden Vortrag von unserem ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Klaus Tintelott.

Auch in Bad Lippspringe gibt es Stellen im Stadtgebiet oder in der Feldflur, wo bei Erdarbeiten mit archäologischen Funden gerechnet werden muss. Insbesondere der Bereich innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer, aber auch die Gebiete der ehemaligen Siedlungen Wietheim, Dedinghausen, Redinghausen und Weringhusen bergen vermutlich noch interessante Dinge. Im Lippspringer Wald sind besonders die historischen Hofstellen am Römerbrunnen und an Noaks Pumpe eine Untersuchung wert. Klaus Tintelott gibt an diesem Abend Einblicke in seine Arbeit und zeigt Funde, die in und um Bad Lippspringe gemacht wurden. Auch die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz und den dafür zuständigen Behörden wird erläutert.

Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei. Der Vortrag findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu unserem 40-jährigen Bestehen im Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bad Lippspringe.

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr!

Der Heimatverein Bad Lippspringe wünscht Ihnen allen ein besinnliches Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2024!

Wir danken in diesen Tagen besonders allen Kameradinnen und Kameraden unserer freiwilligen Feuerwehr für Ihren unermüdlichen Einsatz in Sturm und Dauerregen!

Das Heimatmuseum bleibt an den kommenden Sonntagen, also am 24. Dezember (Heiligabend) und 31. Dezember (Silvester) geschlossen. Wir öffnen wieder am Sonntag, den 7. Januar.

Lindenkapelle, Kleiner Lindenweg 5

„wo die Lippe springt“ Nr. 88/89

Seit der letzten Ausgabe von „wo die Lippe springt“ ist nun etwas mehr als ein Jahr vergangen. Grund für diese Erscheinungspause war ein redaktioneller Wechsel. Nach vielen Jahren ehrenamtlicher Arbeit hat Klaus Karenfeld seinen Rückzug von dieser Aufgabe bekanntgegeben. Wir danken ihm für diese langjährige Leistung ganz herzlich. Unser Ehrenvorsitzender, Prof. Wilhelm Hagemann, bringt unsere Wertschätzung für Klaus in unserer Zeitschrift mit einem speziellen Artikel zum Ausdruck.

In vielen weiteren Artikeln berichten wir unter anderem über neue Maulbeerbäume, die Kulturfahrt nach Wesel oder die Festveranstaltungen zum 40-jährigen Jubiläum des Heimatvereins.

Auf der vorletzten Seite der Zeitschrift (Seite 51) finden Sie auch schon die Einladung zu unserer nächsten Mitgliederversammlung. Diese findet am Dienstag, den 6. Februar 2024 um 18:30 Uhr in der „Kleinkunstbühne“ im Kongresshaus statt.

Die neue Ausgabe wird unseren Mitgliedern in diesen Tagen in die Briefkästen gebracht. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

Gründung der Mechanischen Weberei in Bad Lippspringe vor 100 Jahren

Im Dezember 2023 blicken wir genau 100 Jahre zurück – in das Gründungsjahr der Mechanischen Weberei. Die beiden Unternehmer Wilhelm Hoffbauer und Peter Grüber wagten am 13.12.1923 die Gründung einer neuen Firma in der Badestadt. Ihre Geschäftsidee damals: Die Herstellung mechanisch gewebter, großflächiger Leinwand, veredelt mit einer patentierten Beschichtung und somit bestens geeignet beispielsweise für die Ausstattung von Kinos mit neuartigen Lichtbildwänden. Die Produktionsgebäude befanden sich damals an der Hermannstraße in Bad Lippspringe.

Wilhelm Hoffbauer

Der Unternehmer und Fabrikant Wilhelm Hoffbauer, geboren 1881, leitete das Unternehmen jahrzehntelang und übertrug die Verantwortung auf seinen Sohn Hans Günther Hoffbauer (geboren 1918 in Bad Lippspringe). Ab 01.03.1977 begann dessen Sohn Dirk Hoffbauer (geboren 1947) seine Tätigkeit als Mitglied der Geschäftsleitung der MW-Gruppe. Wilhelm Hoffbauer und seine Frau Martha stammten aus Dortmund; aufgrund eines Kuraufenthalts lernte Martha Hoffbauer Bad Lippspringe kennen und das Ehepaar verlegte daraufhin seinen Wohnsitz von Dortmund in die Badestadt. Der gelernte Kaufmann Wilhelm Hoffbauer war zunächst sehr erfolgreich als Rendant im Auguste-Viktoria-Stift tätig, bevor er ab 1923 als selbstständiger Fabrikant wirkte. 

Junger Mann mit Lichtbildwand, undatierte Aufnahme (etwa 1930er Jahre)
Todesanzeige Wilhelm Hoffbauer (1950)

Der 2. Weltkrieg brachte einen massiven Einschnitt und die Produktion der Mechanischen Weberei musste kriegsbedingt heruntergefahren werden. Die Nachfrage nach Lichtbildwänden war gesunken; stattdessen gab es Bedarf an Verdunkelungsleinwand für die nächtliche Verdunkelung der Fenster.

Nach Ende des 2. Weltkriegs erfolgte ein Neustart und es wurden übergangsweise Koffer produziert. Im Lauf der Jahre konnte die Produktpalette kontinuierlich erweitert werden und die Mechanische Weberei (kurz „MW“) entwickelte sich zu einem bedeutenden Arbeitgeber in der Badestadt sowie zum europaweit bedeutendsten Hersteller von Lichtbildwänden. Insbesondere die beliebten Stativ-Bildwände bildeten früh den Schwerpunkt der MW-Produktpalette.

Mechanische Weberei am Neuhäuser Weg 2

Zu Beginn der 1960er Jahre entstand in Bad Lippspringe der Gebäudekomplex am Neuhäuser Weg 2 mit einer Betriebsfläche von 12.000 Quadratmetern. Geschäftsleitung, Verwaltung und Produktion waren an diesem Standort vereint.

Es entwickelte sich im Lauf der Jahre eine beachtliche Produktvielfalt: Neben Lichtbildwänden in vielfältigen Varianten wurde Büro-Funktionsmobiliar unter der Marke „Quadro“ hergestellt und vertrieben. Diverse Medien-Funktionsmöbel sowie Info-Leisten-Systeme (Whiteboards etc.) ergänzten das Programm für Arbeitsplatz und Information. Die Bildwände liefen traditionell unter markanten Produktnamen wie „MW Stella“, „MW Plana“, „MW Panorama“ oder „MW Starello“.

Neben dem Standort Bad Lippspringe gab es ein zweites Werk in Böhmen (Cerveny Kostelec, Tschechische Republik) sowie Marketing-Gesellschaften in der Schweiz und in Frankreich. Die strategische Leitung des Konzerns erfolgte stets von Bad Lippspringe aus. Im Jahr 1996 waren mehr als 200 Mitarbeiter in der MW-Firmengruppe beschäftigt.

Um das Jahr 2000 brachten betriebswirtschaftliche Krisen erhebliche Unruhe in die Mechanische Weberei. Im Jahr 2002 musste schließlich Insolvenz angemeldet werden. Am 11.03.2008 wurde das Insolvenzverfahren durch Beschluss des Amtsgerichts Paderborn aufgehoben. Zum 31.07.2008 erfolgte die offizielle Löschung der Gesellschaft „Mechanische Weberei GmbH & Co. KG“ wegen Vermögenslosigkeit.

Der Abriss der maroden Gebäude am Neuhäuser Weg erfolgte im Sommer 2016. Das Areal wird zukünftig (voraussichtlich ab 2024/2025) für den Neubau der Feuerwehrstation Bad Lippspringe genutzt.

An dieser Stelle abschließend ein herzlicher Dank an Adelheid Hoffbauer, Bad Lippspringe, für die Bereitstellung von Unterlagen, Dokumenten und Fotos sowie für Informationen zur Geschichte der „MW“.