Ein neues Rathaus für Bad Lippspringe

Zur Zeit wird in Bad Lippspringe viel über die Notwendigkeit eines neuen Rathauses diskutiert. Wir haben in unserem Archiv Bilder des ehemaligen Rathauses nahe der Burg und der Lippequelle gefunden und erinnern an die Diskussion um den Neubau des Rathauses nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1950.

Bilder vom alten Rathaus, das bis 1950 der Stadt diente:

Rathaus
Damaliges Rathaus Bad Lippspringe Fassade, ca. 1925
Damaliges Rathaus Bad Lippspringe Fassade, ca. 1925
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Das neue Rathaus konnte am 29. September 1950, also vor genau 68 Jahren, bezogen werden. Die Geschichte zum Neubau am Friedrich-Wilhelm-Weber-Platz hat bereits im September 2000 Klaus Karenfeld in einem Beitrag für unsere Mitgliederzeitschrift „wo die Lippe springt“ (Heft Nr. 34, September 2000) ausführlich beschrieben. Darin heißt es u.a.:

„Die Ortschronik der Jahre 1949/50 durchzieht die anhaltende, ernste Sorge der Bad Lippspringer um die Zukunft ihrer Heimatstadt. Ein unverändert schwerwiegendes Problem, dem sich die örtlich Ver­antwortlichen in Politik und Verwaltung bereits seit Ende des Krieges gegen­über sahen, war die Wohnungsnot. Zwischen 1938 und 1949 – in einem Zeit­raum von elf Jahren also – wuchs die Zahl der hier registrierten Einwohner von 5.800 auf 9.200 rapide an; darunter waren rund 1000 Kriegsevakuierte, Flüchtlinge und Vertriebene… Auf der politischen Prioritätenliste stand deshalb die Ausweisung neuer Wohngebiete an oberster Stelle…. In diese erste konkrete Phase des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg fällt auch die als mutig zu bezeichnende Entscheidung der Stadt Bad Lipp­springe, ein neues Rathaus zu bauen.“

Über den Neubau gab es auch damals Diskussionen im Rat der Stadt „Grundsätzlich unterstützt wurden die Pläne des Stadtdirektors von den Fraktionen der CDU und SPD. Deren Ratsvertreter Heinrich Müller, Adolf Rolf (beide CDU) und Albert Hermanns (SPD) betonten übereinstimmend, dass sich die meisten der von ihnen befragten Bürger eindeutig für ein neues Verwaltungsgebäude ausge­sprochen hätten, nur ein geringer Prozentsatz der Einwohner stehe dem Pro­jekt pessimistisch gegenüber. Bedenken äußerte dagegen der Vertreter des Zentrums, Franz Schmidt. Er räumte zwar ein, dass auch aus seiner Sicht Bad Lippspringe ein neues Rathaus benötige. Zu fragen bleibe aber, ob der Zeitpunkt der richtige sei. Es erscheine seiner Meinung nach zweckmäßiger, in der jet­zigen Situation die veranschlagten knapp 300.000 DM zur Ankurbelung des örtlichen Wohnungsneubaus zu verwenden. CDU-Ratsherr Heinrich Hölscber machte sich ernsthafte Gedanken über den ins Auge gefassten Standort am Friedrich-Wilhelm-Weber-Platz. Und er erinnerte daran, dass dieser Ort vor wenigen Jahrzehnten noch als Friedhof genutzt worden sei.“

Den  kompletten Arikel von Klaus Karenfeld können sie hier als pdf herunterladen.

31. August: Spurensuche auf dem Waldfriedhof

Spuren jüdischen Lebens stehen im Mittelpunkt eines geführten Abendspaziergangs, der am Freitag, 31. August 2018, ab 19:00 Uhr auf dem Waldfriedhof in Bad Lippspringe stattfindet. Organisiert wird dieser Rundgang von der örtlichen Arbeitsgruppe „Stolpersteine für Bad Lippspringe“. Diese Arbeitsgruppe ist seit März 2018 in Bad Lippspringe aktiv und möchte mit der Verlegung von kleinen Gedenktafeln weiter die Aufarbeitung und Dokumentation der menschenverachtenden Geschehnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus unterstützen.

Zum einen werden Spuren jüdischen Lebens bzw. jüdischer Kultur auf dem Waldfriedhof erkundet. Es wird in diesem Zusammenhang auch der ehemalige jüdische Friedhof (Lindenstraße im Bereich Haupteingang Gartenschaugelände) zur Sprache kommen. Darüber hinaus wird mit dem Besuch der Grabstätte der Brüder Wilhelm und Wolfgang Kusserow an das Schicksal der Zeugen Jehovas erinnert. Auf dem Waldfriedhof existieren zudem Gräber von Zwangsarbeitern, die in Bad Lippspringe gestorben sind.

In kurzen Vorträgen informieren die Veranstalter an ausgewählten Grabstätten über die Verfolgung und Ausgrenzung von Menschen in der NS-Zeit 1933 bis 1945.

Der Abendspaziergang ist öffentlich und Interessierte sind willkommen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt ist um 19:00 Uhr am Haupteingang des Waldfriedhofs (an der Friedhofskapelle).

Alte Zeitungen online durchblättern

Unter der Internetadresse https://zeitpunkt.nrw/ ist in diesem Sommer ein ambitioniertes Projekt online gegangen: „Entdecken Sie historische Zeitungen aus Nordrhein-Westfalen“ heißt es dazu auf der Homepage.

Titelseite des Lippspringer Anzeiger vom 1. Januar 1927
Titelseite des Lippspringer Anzeiger vom 1. Januar1927

Das vom Land NRW geförderte Projekt digitalisiert Lokalzeitungen aus NRW im Zeitraum von 1801-1945 und präsentiert sie in laufender Erweiterung in diesem Zeitungsportal der breiten Öffentlichkeit.

Und darunter findet man sogar alte Ausgaben der „Lippspringer Anzeiger und Badezeitung“, die von 1906 bis 1909 erschien sowie des „Lippspringer Anzeiger“, der von 1927 bis 1935 erschien:

Hier geht es direkt zum „Lippspringer Anzeiger und Badezeitung“ von 1906.

Und hier zum „Lippspringer Anzeiger“ von 1927.

Alle diese alten Zeitungen kann man nicht nur online lesen, sondern auch Ausgabe für Ausgabe als pdf herunterladen.

Stöbern Sie selbst einmal durch diese gewaltige Archiv von alten Zeitungen. Zur Zeit sind über 2,7 Millionen Zeitungsseiten online, über 460 Tausend Ausgaben von 277 Zeitungen wurden bereits digitalisiert – und es sollen in Zukunft noch viel mehr hinzukommen.

Wir trauern um Mara Behrens

Wir trauern um unser Mitglied Mara Behrens, die am 25. Juni verstorben ist. Die Trauerfeier findet am Freitag, den 6. Juli um 14 Uhr in der Kapelle des Waldfriedhofs Bad Lippspringe statt, anschließend die Urnenbeisetzung auf dem Evangelischen Friedhof an der Schwimmbadstraße.

Wir möchten aus diesen traurigen Anlaß  hier auf unserer Webseite uns bei allen verstorbenen Mitgliedern bedanken, die auf vielfache Weise unseren Verein aktiv unterstützt haben. Mara Behrens hat nie ein Vorstandsamt im Heimatverein inne gehabt, und doch hat sie sich um unseren Verein und insbesondere um den Aufbau des Heimatmuseums unendlich verdient gemacht. In der Ausgabe 41 vom Dezember 2002 unserer Zeitschrift „wo die Lippe springt“ wurde in dem Artikel „Interessante Funde in der Martinstraße“ auf ihr scharfes Auge und segensreiche Wirken hingewiesen.

Auf der Gedenkseite für Mara Behrens des Bestattungsinstituts Klaus Thiele schreibt Michael Velten: „Die Geschichte und Heimatforschung war ein fester Bestandteil ihres Lebens und für die Archäologie war Mara eine grosse Bereicherung. Nun ist sie selbst zum Teil der Geschichte geworden und hat ihre grosse Reise angetreten.“  Dem können wir uns nur anschließen. Wir werden ihr Andenken in Ehren bewahren.

Freitag, 18. Mai 14 Uhr: Reinigung der Lippequelle

In Abstimmung mit dem Heimatverein wurde von der Stadt am Freitag, 18. Mai 2018, das Wehr der Lippequelle geöffnet und der Quellteich der Lippe gereinigt. Neben Bürgermeister Andreas Bee nahmen Helfer des städtischen Bauhofs sowie Taucher der Tauchschule Flipper aus Bad Lippspringe an diesem Termin teil. Zufällig war auch ein Fernsehteam vor Ort, das für eine Dokumentation des WDR über die Lippe drehte, der Film soll 2019 gezeigt werden.

Hier Bilder der Aktion:

Reinigung der Lippequelle
Reinigung der Lippequelle-01
Das Algenwachstum in der Quelle ist unübersehbar.
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Kulturfahrt 2018 nach Attendorn

Unsere diesjährige Kulturfahrt führt am 23. Juni nach Attendorn. Die 25 000 Einwohner zählende Stadt liegt im Kreis Olpe im südlichen Sauerland. Überregional bekannt ist Attendorn durch die Tropfsteinhöhle „Atta-Höhle“ und den Biggesee. Seit 2012 darf Attendorn offiziell den Zusatz Hansestadt führen.

Zum Programm: Die Reise per Bus beginnt am 23. Juni um 8 Uhr von der evangelischen Kirche aus. Die Ankunft in Attendorn ist für 10:15 Uhr geplant; eine kurze Kaffeepause schließt sich an.

Um 11 Uhr startet die Besichtigung von Deutschlands schönster Tropfsteinhöhle (ca. 45 Minuten). Die Temperatur in der Höhle ist recht kühl, so dass sich die Mitnahme einer Jacke empfiehlt.

Weiter geht es gegen 12 Uhr nach Winterberg, wo wir eine Mittagspause einlegen werden. Um 14:30 Uhr folgt die Weiterreise zum Kahlen Asten und zur Ruhrquelle.

Die Heimfahrt ist für 17 Uhr vorgesehen. Ankunft in Bad Lippspringe wird gegen 19 Uhr sein.

Der Reisepreis beträgt 28,50 Euro pro Person (inklusive Eintrittsgelder). Die Überweisung des Betrags auf das Konto des Heimatvereins bei der Verbund Volksbank OWL (Kontonummer: DE75 4726 0121 9200 3187 00) gilt zugleich als Anmeldung. Sollte die Zahl der Anmeldungen größer sein als die Zahl der zur Verfügung stehendenden Busplätze, werden die Anmeldungen in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.

Heft 79 erschienen

Titelseite von Ausgabe 79 "wo die Lippe springt"
Titelseite von Ausgabe 79 „wo die Lippe springt“

Die 79. Ausgabe unserer Zeitschrift „wo die Lippe springt“ ist erschienen und wird in diesen Tagen an unsere Mitglieder verteilt.

Wie immer gibt es eine Vielzahl interessanter Artikel:

Hans Christian Schall setzt seine Reihe zum Ersten Weltkrieg fort, der vor hundert Jahren zu Ende ging und vielen Bad Lippspringern das Leben kostete. Joachim Hanewinkel ist Autor eines Beitrags über die Gondesenquelle, außerdem geht es um ein rostbraunes Stahlband, Unterwasserstrahler an der Lippequelle, Familiengeschichten, Bäume, Vögel, Blumen und manches mehr. Es lohnt sich, Mitglied im Heimatverein zu sein und diese Zeitschrift regelmäßig zu bekommen!

Frühere Ausgaben unserer Zeitschrift können Sie übrigens auf dieser Webseite als pdf-Dokumente nachlesen.

7. Mai 1893: Vor 125 Jahren wurde Karl Hansen geboren

Die „Karl-Hansen-Klinik“ kennt in Bad Lippspringe fast jeder, vielleicht nicht von innen, aber der Name und ihr Standort am Arminiuspark ist so ziemlich allen bekannt. Doch wer weiß schon, nach wem diese Klinik benannt worden ist? Wer war Karl Hansen?

Wir zitieren hier aus einem Artikel unserer Zeitschrift „wo die Lippe springt“ vom April 1993, der damals zum 100. Geburtstag von Karl Hansen von Dr. Günther Lincke geschrieben wurde. Wir bringen hier nur einen kleinen Auszug. Im vollständigen Artikel können Sie außerdem lesen, wie die Klinik zu ihrem Namen kam und welche Bedeutung Karl Hansen für viele großartige und bekannte Ärzte in Bad Lippspringe hatte.

Karl Hansen
Karl Hansen (1893 – 1962) (Foto: Archiv Lincke // wo die Lippe springt 12/April 1993 )

Karl Hansen wurde am 7. Mai 1893 in Trier geboren, widmete sich in den Jahren 1911 bis 1919 an mehreren deutschen Universitäten und in Genf dem Studium der Naturwissenschaften und der Medizin und wirkte zunächst entsprechend seiner profunden Grundausbildung als Internist und Neurologe. Fast 25 Jahre lang, von 1932 bis 1957, leitete er dann als Ärztlicher Direktor die Städtischen Krankenanstalten in Lübeck, die sich unter ihm bald vom „Allgemeinen Krankenhaus“ zu einem angesehenen Klinikum und einer viel beachteten Forschungsstätte entwickelten.

1927 begann Hansens Interesse an der Allergie, und seine fruchtbare Forschertätigkeit schlug sich in zahlreichen Einzelveröffentlichungen, Monographien und Büchern nieder. Sein Lehrbuch „Allergie“, für das er als Herausgeber zeichnete, war ein beachtenswertes Standardwerk der inneren Medizin. 1942 war er apl. Professor in Hamburg geworden, 1958, nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst, wurde er noch zum Honorarprofessor an der Universität Heidelberg ernannt, wo er durch seine Allergie-Vorlesungen den akademischen Nachwuchs für dieses Gebiet begeisterte. Noch mancher wird sich erinnern, wie er in diesen Jahren mit seinen Studenten den Einladungen der Bad Lippspringer Kurverwaltung zu allergologischen Praktika in der Asthmaklinik und dem Allergie-Forschungsinstitut folgte. Einige Studenten aus diesen Praktika sollten später für einige Zeit als Ärzte in Bad Lippspringe tätig werden.

Hansens Schaffen schlug sich auch in seinem Wirken in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften nieder. Er war Mitbegründer, später Schriftführer und 2. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Allergieforschung, 1956/57 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, später Präsident der Internationalen Gesellschaft für Asthmologie (Interasma), die mit Unterstützung der Kurverwaltung zwei internationale Kongresse in Bad Lippspringe durchführte. Vielen Gesellschaften gehörte er als Ehrenmitglied an, der Portugiesischen, der Französischen, der Argentinischen Allergiegesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin.

Den kompletten Artikel finden Sie auf den Seiten 28ff. im Heft 12 unserer Zeitschrift, welches sie hier als pdf herunter laden können.

15. April: Wasservogelzählung

Am Sonntag, den 15. April 2018, findet um 15 Uhr an den Dedinger Heide Seen eine öffentliche Wasservogelzählung statt. Interessierte sind herzlich eingeladen. Treffpunkt ist beim „Neptun“ am Großen Dedinger Heide See.

Durch die Zählungen sollen in erster Linie folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie viele Individuen der einzelnen Wasservogelarten rasten und überwintern in Deutschland?
  • Welche Rastgebiete sind von internationaler, nationaler oder regionaler Bedeutung?
  • Wie entwickeln sich die Bestände der einzelnen Arten?

Im Kreis Paderborn werden diese Zählungen durch die Biologische Station Paderborn-Senne durchgeführt. Wolfgang Dzieran, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Station, wird an diesem Nachmittag die Zählung durchführen und ist gerne bereit, die verschiedenen Vogelarten vorzustellen und Erläuterungen zur Zählung zu geben.

Seit Ende der 1960er Jahre werden in Deutschland in fast allen international und national bedeutenden Feuchtgebieten sowie in vielen lokal oder regional bedeutenden Gewässern Rastvogelerfassungen durchgeführt. Derzeit beteiligen sich über 2.000 Zählerinnen und Zähler an den Erfassungen. Die Wasservogelzählung ist damit das älteste und umfangreichste Vogelmonitoringprogramm bundesweit. Eingebunden sind diese Erfassungen in ein nahezu weltumspannendes Netz an Zählgebieten, die im Rahmen des International Waterbird Census (IWC), organisiert durch  Wetlands International) jeweils Mitte Januar erfasst werden. Mit Hilfe des IWC ist es mittlerweile möglich, für den überwiegenden Teil der weltweit über 2.300 Wasservogelpopulationen Gesamtbestände anzugeben und ihre Trends einzustufen.