Vor 50 Jahren: Großfeuer in Altenbeken

„Herr Pfarrer, Herr Pfarrer, die Kirche brennt!“ Als am Vormittag des 4. Juni 1970 eine Altenbekener Bürgerin gegen die Tür des Pfarrhauses hämmerte, war am kleineren der beiden Kirchentürme der Heilig-Kreuz-Kirche bereits ein Feuerkranz weit sichtbar und das Unglück nahm seinen Lauf….

Aus dem ganzen Umland wurden die Feuerwehren zur Hilfe gerufen, auch unsere Bad Lippspringer Feuerwehr war dabei.

Wir zeigen hier eine Dokumentation der damaligen Ereignisse, welche die Feuerwehr Altenbeken jetzt bei YouTube hochgeladen hat:

Dokumentation Kirchenbrand Altenbeken 1970

Die Feuerwehr Altenbeken veröffentlichte zu den Ereignissen auch eine ausführliche Pressemitteilung.

1894: Die Stadt brennt

Vor ungefähr 126 Jahren, am Mittwoch, den 11. April 1894, wütete ein großer Brand in unserer Stadt. In der Ausgabe 15 (pdf) unserer Zeitschrift „wo die Lippe springt“ hat Fritz Gottesbüren ausführlich über dieses Ereignis berichtet. Wir zeigen Ihnen heute neun damals entstandene Fotografien:

Stadtbrand
Brand in Lippspringe Im Schildern-Martinstraße-Josefstraße, rechts Hotel Brackmann, später Haus
« 2 von 9 »

Hoffen wir, dass sich eine solche Katastrophe niemals mehr wiederholen möge. Wir möchten uns mit diesen Bildern insbesondere auch bei allen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Lippspringe ganz herzlich für ihren großartigen Dienst bedanken!

„Retten – Löschen – Bergen – Schützen“, mit deutlich über 160 Einsätzen im Jahr 2019 wart ihr beinahe jeden zweiten Tag für uns alle unterwegs.

Dankeschön!

P.S.: 1894 fand das Osterfest schon am 25. März statt. Die Katastrophe ereignete sich also mitten zwischen Ostern und Pfungsten.

3. April 1945: Kriegsende in Bad Lippspringe

1945 fiel der Ostersonntag auf den 1. April. Die amerikanischen Truppen waren von Westen schon bis nach Paderborn vorgedrungen. Das Kriegsgefangenenlager Stalag bei Stukenbrok und das KZ Niederhagen/Wewelsburg wurden am 2. April befreit und offenbarten entsetzliche Greuel.

Der damalige Bürgermeister Wilhelm Lange bleibt abwartend und zögerlich. Da machen sich am Abend des 2. April vier mutige Bürger auf den Weg nach Paderborn: der Kaufmann Franz Rudolphi, der Landwirt Otto Zündorf, der Arzt Heinrich Siepmannsowie der Fabrikant Peter L. Grüber. Mit weißer Fahne ….

Die vollständige Geschichte von der zum Glück kampflosen Übergabe der Stadt lesen Sie in unserer Zeitschrift „wo die Lippe springt“ in den Ausgaben Nr. 48 vom April 2005 und in der Ausgabe 18 vom April 1995.

2. April 2020: 75 Jahre Befreiung des Konzentrationslagers in Wewelsburg

Aus der Webseite dess Kreismuseums Wewelsburg:

Anzeige zum 75. Jahrestag der befreiung des Konzentrationslagers Wewelsburg

Vor 75 Jahren befreiten US-amerikanische Truppen das Konzentrationslager in Wewelsburg. Sie stießen auf 42 Häftlinge, die als sogenanntes Restkommando nach der Auflösung des Hauptlagers KZ Niederhagen/Wewelsburg im April 1943 in Wewelsburg verblieben waren. Mindestens 1.285 Menschen starben in Wewelsburg aufgrund der Gewalt und des Terrors der SS. Wir gedenken der Opfer der SS-Gewalt am 2. April 2020, dem 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers. Anlässlich des Jahrestags stellen wir Ihnen verschiedene Beiträge online zur Verfügung, um an die Opfer des Konzentrationslagers zu erinnern und die historischen Ereignisse kurz vor Kriegsende und in den Monaten danach zu beleuchten.

Gleichzeitig möchten wir auch an den 20. Jahrestag der Errichtung eines Mahnmals für die Opfer der SS-Gewalt in Wewelsburg erinnern. Die Auseinandersetzung mit dem Gedenken an die Opfer ist ein langer, konfliktreicher Weg gewesen. Seit dem 2. April 2000 erinnert ein Mahnmal auf dem ehemaligen Appellpatz des Konzentrationslagers an das Leiden der KZ-Häftlinge. Seitdem findet dort auch jährlich am 2. April eine Gedenkfeier statt, die von dem ebenfalls 2000 gegründeten Verein Gedenktag 2. April – Verein wider das Vergessen und für Demokratie e.V., der Stadt Büren und dem Kreismuseum Wewelsburg durchgeführt wird.

Auf der Webseite des Kreismuseums finden Sie verschiedene Artikel und Bilder zur Geschichte und Befreiung des Konzentrationslagers ganz in unserer Nähe. Aufgrund der aktuellen Situation hat das Kreismuseum auch einen Teil seiner Ausstellung online gestellt.

LWL bietet kostenlose Filme an

Der Medien-Shop des LWL (Landschaftsverband Westfalen Lippe) bietet zur Zeit einige Filme zum download kostenlos an. Im Shop finden Sie mehr als 150 Medien rund um Geschichte und Gegenwart der Region Westfalen-Lippe. In enger Zusammenarbeit mit Museen, Archiven und anderen Kultureinrichtungen veröffentlicht das LWL-Medienzentrum seine Medienproduktionen auf DVD, Audio-CD oder Download-Medium für die Bildungs- und Kulturarbeit.

Für den download (oder den Kauf einzelner Medien) müssen Sie sich nur Registrieren. Die kostenfreien downloads sind auf einen pro Tag begrenzt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite zu den Download-Medien des LWL-Medien-Shop.

Alte Glasplattenbilder unserer Stadt

Vor einiger Zeit bekam der Heimatverein alte Glasplattenbilder aus der Geschichte unserer Stadt. Die Glasplatten-Verpackungen, alte Tüten, wurden leider nicht wirklich aussagekräftig beschriftet. Wir müssen ein bisschen raten und die Zeitepoche aufgrund der Kleidung, der Frisuren, Fahrzeuge usw. ableiten. Die ältesten Fotos stammen wohl von Beginn des 20. Jahrhunderts, so ab 1910 herum bis in die 1930er Jahre. Die Bilder stammen aus dem Nachlass des damaligen Bad Lippspringer Fotografen Eugen Schade.

Die Glasplattenfotografie wurde durch die Erfindung des Rollfilms auf Zelloloidbasis in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts mehr und mehr verdrängt.

Wir zeigen Ihnen hier elf dieser alten Fotografien auf Glasplatten:

Glasplattenbilder
Straßenarbeiten in Bad Lippspringe Lange Straße, Höhe alter Marktplatz rechts
« 11 von 11 »

125 Jahre Spar- und Darlehnskasse Schlangen

Am 8.April 1894 gründeten 74 Bürger aus Schlangen, Haustenbeck, Kohlstädt, Oesterholz und Bad Lippspringe den „Schlangener Spar- und Darlehnskassenverein, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht“, die heutige Volksbank Schlangen. Zum 125-jährigen Jubiläum gibt es dazu eine kleine Ausstellung, die noch bis Montag, den 4. November, in der Geschäftsstelle Schlangen besichtigt werden kann. Der Heimatverein wird voraussichtlich in der nächsten Ausgabe seiner Zeitschrift „wo die Lippe springt“ über die Ausstellung und die Geschichte der Bank ausführlich berichten.

Schautafel zur Gründung der Spar- nd Darlehnskasse Schlangen am 8. April 1894.
Erinnerung an die Gründung im Jahr 1894.
Gasthof Koch, erste Geschäftsstelle der Spar- und Darlehnskasse Schlangen.
Die ersten Bankgeschäfte wurden im Gasthof Koch abgewickelt. Hier musste man sich entscheiden, ob man lieber 40% an der Theke konsumieren wollte oder einfach nur 4% Zinsen mitnehmen wollte.

40 Jahre Martinstift

Die Evangelische Kirchengemeinde Bad Lippspringe unterhält seit dem 01. Oktober 1979 das ev. Altenzentrum Martinstift an der Mühlenflößstraße 19 in Bad Lippspringe. Dieses kleine Jubiläum wird am 6. und 7. September 2019 kräftig gefeiert. Die Geschichte des Martinstift als evangelische Einrichtung in Bad Lippspringe ist jedoch schon viel älter. 1917 wurde das erste „Martinstift“ von der Evangelischen Kirche als Krankenhaus in Bad Lippspringe gegründet. Es war damals und in den Folgejahren eine von vielen kirchlichen Heileinrichtungen in unserem Kurort.

Hier ein Bild aus den dreißiger Jahren:

Martinstift in der Mühlenflößstraße, Frontansicht von der Jahnstraße her gesehen (ca. 1930)

Seit dieser Zeit ist das Gebäude vielfach verändert und erneuert worden, seit 1979 fungiert es auch nicht mehr als Krankenhaus, sondern als modernes Alten- und Pflegeheim. Heute ist das Martinstift organisatorisch eine gemeinnützige GmbH mit der evangelischen Kirchengemeinde als alleinigem Gesellschafter. Wenn Sie sich selbst ein aktuelles Bild des Hauses machen wollen, schauen Sie doch einfach auf der Webseite des Martinstift vorbei, oder kommen Sie zu den Jubiläumsfeiern: Am Freitag, den 6. September ab 17 Uhr mit einem „Musik-Tattoo“, einem Sternmarsch regionaler Blaskapellen oder zum „Tag der offenen Tür“ am Samstag, den 7. September ab 14 Uhr mit Hausführungen, Musikdarbietungen, Kinderbetreuung, Kaffee und Kuchen.

„Gegen das Vergessen“

Zum 9. November 2018 hat der Heimatverein Bad Lippspringe eine neue Publikation herausgegeben über die Geschichte jüdischer Familien sowie deren Verfolgung in Bad Lippspringe von 1939 bis 1945.

Titelseite der Sonderausgabe "Gegen das Vergessen" - Ein Beitrag zur Geschichte jüdischer Familien sowie deren Verfolgung in Bad Lippspringe 1939 - 1945
„Gegen das Vergessen“ – Ein Beitrag zur Geschichte jüdischer Familien sowie deren Verfolgung in Bad Lippspringe 1939 – 1945

In der Einleitung zu diesem kleinen Heft heißt es:

Spätestens zu den jährlich stattfindenden Gedenkveranstaltungen zum 9. November stellt man sich die Frage, wie es sein kann, dass friedlich zusammenlebende Menschen praktisch von einem Tag auf den anderen ihre Nachbarn, Bekannten, Freunde bedrohen, diskriminieren und verfolgen. Besieht man sich die Kurstadt Bad Lippspringe, muten einem die geschichtlichen Tatsachen noch viel unverständlicher an. Erst Freund, dann Feind – wie konnte es zu solchen Entwicklungen kommen? Ein Grund, hinter die Kulissen zu schauen und nachzuforschen, wie und ob sich die Juden in Bad Lippspringe integrierten und wie es letztendlich zu den grausamen Pogromen während der Hitlerzeit kam. In Bad Lippspringe mussten jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger ab dem Jahr 1933 Ausgrenzung und Entwürdigung erleiden. Von herausgehobener Bedeutung ist es, die Namen der drangsalierten, verfolgten und getöteten Menschen zu nennen, um die Erinnerung stets wachzuhalten. Gegen das Vergessen.

Das Heft wurde zum ersten Mal auf der Gedenkveranstaltung zu den Judenpogromen am 9. November 2018 in Bad Lippspringe verteilt. In Kürze wird es auch an alle Mitglieder verteilt. Weitere Exemplare sind über den Heimatverein, z.B. im Museum, erhältlich.

Sie können das Heft auch hier als pdf herunterladen.

Ein neues Rathaus für Bad Lippspringe

Zur Zeit wird in Bad Lippspringe viel über die Notwendigkeit eines neuen Rathauses diskutiert. Wir haben in unserem Archiv Bilder des ehemaligen Rathauses nahe der Burg und der Lippequelle gefunden und erinnern an die Diskussion um den Neubau des Rathauses nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1950.

Bilder vom alten Rathaus, das bis 1950 der Stadt diente:

Rathaus
Damaliges Rathaus Bad Lippspringe an der Burg, ca. 1921
« 1 von 4 »

Das neue Rathaus konnte am 29. September 1950, also vor genau 68 Jahren, bezogen werden. Die Geschichte zum Neubau am Friedrich-Wilhelm-Weber-Platz hat bereits im September 2000 Klaus Karenfeld in einem Beitrag für unsere Mitgliederzeitschrift „wo die Lippe springt“ (Heft Nr. 34, September 2000) ausführlich beschrieben. Darin heißt es u.a.:

„Die Ortschronik der Jahre 1949/50 durchzieht die anhaltende, ernste Sorge der Bad Lippspringer um die Zukunft ihrer Heimatstadt. Ein unverändert schwerwiegendes Problem, dem sich die örtlich Ver­antwortlichen in Politik und Verwaltung bereits seit Ende des Krieges gegen­über sahen, war die Wohnungsnot. Zwischen 1938 und 1949 – in einem Zeit­raum von elf Jahren also – wuchs die Zahl der hier registrierten Einwohner von 5.800 auf 9.200 rapide an; darunter waren rund 1000 Kriegsevakuierte, Flüchtlinge und Vertriebene… Auf der politischen Prioritätenliste stand deshalb die Ausweisung neuer Wohngebiete an oberster Stelle…. In diese erste konkrete Phase des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg fällt auch die als mutig zu bezeichnende Entscheidung der Stadt Bad Lipp­springe, ein neues Rathaus zu bauen.“

Über den Neubau gab es auch damals Diskussionen im Rat der Stadt „Grundsätzlich unterstützt wurden die Pläne des Stadtdirektors von den Fraktionen der CDU und SPD. Deren Ratsvertreter Heinrich Müller, Adolf Rolf (beide CDU) und Albert Hermanns (SPD) betonten übereinstimmend, dass sich die meisten der von ihnen befragten Bürger eindeutig für ein neues Verwaltungsgebäude ausge­sprochen hätten, nur ein geringer Prozentsatz der Einwohner stehe dem Pro­jekt pessimistisch gegenüber. Bedenken äußerte dagegen der Vertreter des Zentrums, Franz Schmidt. Er räumte zwar ein, dass auch aus seiner Sicht Bad Lippspringe ein neues Rathaus benötige. Zu fragen bleibe aber, ob der Zeitpunkt der richtige sei. Es erscheine seiner Meinung nach zweckmäßiger, in der jet­zigen Situation die veranschlagten knapp 300.000 DM zur Ankurbelung des örtlichen Wohnungsneubaus zu verwenden. CDU-Ratsherr Heinrich Hölscber machte sich ernsthafte Gedanken über den ins Auge gefassten Standort am Friedrich-Wilhelm-Weber-Platz. Und er erinnerte daran, dass dieser Ort vor wenigen Jahrzehnten noch als Friedhof genutzt worden sei.“

Den  kompletten Arikel von Klaus Karenfeld können sie hier als pdf herunterladen.