Gedenkveranstaltung am 9. November

Am Mittwoch, den 9. November 2022, findet um 18:30 Uhr die Gedenkveranstaltung an der Kurparkstraße (am Gedenkstein, Nähe Wasserspielplatz am Jordan) statt. Es soll an die schrecklichen Geschehnisse der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 erinnert werden.

In Bad Lippspringe mussten jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger ab dem Jahr 1933 Ausgrenzung und Entwürdigung erleiden. So wurden damals die jüdischen Familien Abrahams, Edelmann, Levy, Lorch, Meyer und Naumann massiv drangsaliert und etliche Familienmitglieder wurden vom NS-Regime deportiert und in Konzentrationslagern getötet. In Bad Lippspringe erinnern 38 Stolpersteine an sieben Verlegeorten an die Jüdinnen und Juden sowie an die Zeugen Jehovas.

Im Zeichen des Gedenkens ist es nach wie vor wichtig, die individuellen Schicksale aus der Anonymität hervorzuholen und die Namen der betroffenen Menschen in Erinnerung zu rufen – gegen das Vergessen.

Der Gedenkstein am Jordanpark trägt folgende Worte: „Dieser Stein steht zur Erinnerung an die Lippspringer jüdischen Glaubens, denen Rassenwahn und Gewalt Heimat und Leben genommen haben.“

Die Gedenkveranstaltung am 9. November 2022 soll bewusst auch dazu beitragen, gegenseitige Achtung, Toleranz und Verständigung innerhalb unserer Gesellschaft zu fördern.

Erinnerung an die Straßenbahn

Bereits im August diesen Jahres konnte der Heimatverein eine neue Gedenktafel in unserer Stadt feierlich einweihen. In der kleinen Straße „An der Burg“ weist eine neue Tafel auf einen Mast aus der Lippspringer Geschichte hin.

Im Antragschreiben des Heimatvereins an die Stadt auf Unterschutzstellung dieses historischen Straßenbahn-Oberleitungsmastes, schrieb der damalige Vorsitzende des Heimatvereins Willi Hennemeyer, zusammen mit Udo Fröhlich und Joachim Hanewinkel:

„Von 1911 bis 1959 verkehrte in Bad Lippspringe die Straßenbahnlinie 2 der Paderborner Elektrizitätswerke und Straßenbahn AG (PESAG) durch die Detmolder Straße. Die Straßenbahn hatte erheblichen Anteil an der verkehrslichen und wirtschaftlichen Entwicklung unserer Stadt und ist in der Erinnerung vieler Lippspringer bis heute präsent.

Im Rahmen unserer Recherchen zu diesem Thema machten wir die Entdeckung, dass bis zum heutigen Tag ein ehemaliger Straßenbahn-Oberleitungsmast der PESAG in Bad Lippspringe aufgestellt ist. Er befindet sich an der Straße „An der Burg“. Nach Abbau der straßenbahntechnischen Anlagen wurde der Mast dorthin verbracht und als Laternenmast verwendet. Später ist eine moderne Straßenlaterne in unmittelbarer Nachbarschaft des Mastes errichtet worden, sodass dieser heute ohne Funktion ist. Am oberen Ende des Mastes befindet sich noch immer ein eingeschraubter Haken, der einst zum Abspannen eines Mastauslegers oder eines Querseils für den Fahrdraht diente….

Der heutige Standort des Mastes abseits der ehemaligen Straßenbahnlinie sowie die für die Nutzung als Laternenmast nachträglich angebrachten Bauteile (Schutzrohr, Anschlusskasten, Kabelführung) sollten ebenfalls erhalten bleiben, da diese dokumentieren, weshalb der Mast die Zeiten überdauern konnte.„

Der historische Straßenbahn-Oberleitungsmast neben der Lampe kurz vor Einweihung der Informationstafel
Willi Hennemeyer (rechts) und Joachim Hanewinkel enthüllen die Informationstafel.
Die Informationstafel

(Wir bitten um Entschuldigung, dass dieser Artikel erst jetzt erscheint. Aber geht es Ihnen vielleicht manchmal auch so, dass sie plötzlich alte Bilder auf der Speicherkarte ihrer Kamera entdecken und sich erinnern – ja, das war doch noch was, damals….)

Gerne weisen wir an dieser Stelle auch noch auf einen kleinen Film hin, der 1958 entstanden ist.

„wo die Lippe springt“ Nr. 87

Inzwischen ist die 87. Ausgabe unserer Vereinszeitschrift „wo die Lippe springt“ erschienen. Sie wird oder wurde bereits in diesen Tagen allen Vereinsmitgliedern ins Haus geliefert. Wir berichten darin über unsere erste Mitgliederversammlung nach zwei Jahren „Corona-Pause“ und die dort erfolgten Wechsel im Vorstand. Ein Schwerpunkt dieser Ausgabe sind Artikel zum jüdischen Leben in unserer Stadt. Übrigens: Unsere Zeitschrift wird selbstverständlich lokal bei uns in der Stadt erstellt und gedruckt. Wir möchten uns an dieser Stelle deshalb an dieser Stelle herzlich bei der Druckerei Machradt für die langjährige gute Zusammenarbeit bedanken!

Titelseite der Ausgabe 87

19. Mai 2022: „Wir haben eine Verpflichtung, Zeugnis abzulegen“.

Herzliche Einladung zum Vortrag am 19. Mai 2022 um 19:30 Uhr im Prinzenpalais

Das Schicksal der christlich-jüdischen Familie Naumann aus Bad Lippspringe

Referent: Wilhelm Grabe, Leiter des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn

Die Absurdität der NS-Rassenideologie wird in der “Mischlingsfrage” besonders deutlich. Durch die antisemitische Rassegesetzgebung entstand praktisch eine Sondergruppe. Das Schicksal dieser ebenfalls vom NS-Terror betroffenen Personengruppe wurde von der historischen Forschung lange Zeit nur am Rande wahrgenommen.

Am Beispiel der christlich-jüdischen Familie Naumann werden Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung veranschaulicht. Die Leidensgeschichte der in “Mischehen” Verheirateten und der “Mischlinge” waren im Übrigen 1945 keineswegs beendet.

Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, den 19. Mai. Beginn ist 19.30 Uhr. Vortragsort ist im Prinzenpalais (dort im Saal im Erdgeschoss).

Der Eintritt ist frei.

Neue Gedenktafel erinnert an jüdisches Gotteshaus

Am Donnerstag, den 24. März wurde in Bad Lippspringe am Jordanpark eine neue Gedenktafel eingeweiht. Sie erinnert an den Standort des ehemaligen jüdischen Gotteshauses in unserer Stadt. Der Heimatverein dank allen Beteiligten für ihre Unterstützung beim Erstellen dieser Tafel, den beteiligten Firmen, der Stadt und unserem städtischen Bauhof und besonders den Mitgliedern des Projekts Stolpersteine in Bad Lippspringe.

Joachim Hanewinkel und Ludwig Mikus enthüllen feierlich die neue Erinnerungstafel (Foto:H.Gruber)
Zur Einweihung kamen Mitglieder des Heimatvereins und des Arbeitskreis Stolpersteine der Stadt (Foto:H.Gruber)
Die Erinnerungstafel (Foto:J.Hanewinkel)

Weitere Informationen zur Geschichte der Juden in Bad Lippspringe kann man u.a. auf den Webseiten des Projekts Stolpersteine in Bad Lippspringe erfahren.

wo die Lippe springt Nr. 86

Vor wenigen Tagen erschien unsere Mitgliederzeitschrift „wo die Lippe springt“ in der 86. Ausgabe. Inzwischen sollte das Heft allen Mitgliedern zugestellt sein.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Autoren des Heftes und allen, die drum herum mitgewirkt haben, von den ersten Ideen, von der Gestaltung, dem Drucken bis hin zum Verteilen.

In dieser Ausgabe wird das neue Buch zur Bad Lippspringer Geschichte von Professor Wilhelm Hagemann vorgestellt. Unser neuer ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger, Klaus Tintelott, berichtet über seine ersten Erfahrungen in diesem neuen Amt. Herbert Gruber schreibt über die Veränderungen im Stadtbild und viele weitere Artikel warten darauf, Ihr Interesse zu finden.

Einen Überblick zu allen früher erschienenen Ausgaben unserer Zeitschrift finden Sie auf der Seite https://heimatverein-badlippspringe.de/aktivitaeten/zeitschrift/

Gegen das Vergessen

Gedenkveranstaltung am 9. November in Bad Lippspringe

Am 9. November 2021 findet eine öffentliche Gedenkveranstaltung am Rande des Arminiusparks (Kurparkstraße, Gedenkstein) statt, Beginn ist um 18:30 Uhr.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wird an die grauenhaften Ereignisse des 9. November 1938 unter dem Nationalsozialistischen Regime erinnert. Vorgetragen werden ausgewählte Texte sowie musikalische Einlagen.

Gemeinsam wollen wir daran erinnern, dass es einst jüdisches Leben in Bad Lippspringe gab. Die Namen der von Ausgrenzung, Verfolgung und Deportation betroffenen Menschen sollen bewusst in Erinnerung gerufen werden. Sie waren unsere Nachbarn – sie dürfen nicht vergessen werden.

Wir alle sind aufgerufen, ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus zu setzen. Wenden wir uns gemeinsam gegen jede Form von Diskriminierung und Gewalt.

wo die Lippe springt Nr. 85

Eine neue Ausgabe unserer Vereinszeitschrift ist im Juli 2021 erschienen. Unsere Mitglieder sollten die Zeitschrift inzwischen nach Hause geliefert bekommen haben. Die Zeitschrift enthält auf Seite 35 auch die Einladung zu unser Mitgliederversammlung. Diese soll jetzt am 7. September um 19:30 Uhr im Kongresshaus stattfinden.

In der neuen Ausgaben führen wir unter anderem ein Interview mit dem neuen Bodendenkmalpfleger Klaus Tintelott. Wir berichten darüber, wie der Vikar Leo Allerbeck von Lippspringer Bürgern vor dem Konzentrationslager gerettet wurde. Und Kurt Herchenbach schreibt über Stechpalme, Rotkehlchen, Großer Wiesenknopf und Langhornbiene. Und Wilhelm Hagemann erinnert an die Eisteiche, aus denen noch bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts Eis für zur Kühlung von Speisen und Getränken gewonnen wurde, das dafür bis in den Sommer hinein in speziellen Eiskellern, wie zum Beispiel der Burg, aufbewahrt werden konnte.

Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre dieser und vieler weiterer Artikel viel Spaß und Freude!

175 Jahre Evangelische Kirche

Die evangelische Kirchengemeinde in Bad Lippspringe feierte heute, am Sonntag den 19. Juli 2021, „Kirchweihfest“. Vor 175 Jahren, am 17. Juli 1846 fand in der damals noch sehr kleinen Kirche der erste Gottesdienst statt.

Evangelische Kirche in der Detmolderstraße, ca. 1850 (Foto: Sammlung Gottesbüren)

Das Jubiläum wurde in aller Stille begangen. Pfarrer Schuchardt wies im Gottesdienst darauf hin, das Steine zwar wichtig seien, aber – gerade angesicht von Pandemie und Flutkatastrophe – die „lebendigen Steine der Gemeinde, nämlich die Menschen in ihr, sie sind das eigentliche Gebäude um das es geht. Sie müssen Kirche immer wieder neu bauen.“ Und so spendeten die Teilnehmenden am Gottesdienst spontan mehrere hundert Euro für die Opfer der Flutkatastrophe in NRW.