Ein Künstler mit vielen Facetten

Heimatverein zeigt Werke von Johannes Heinemann

v.l.n.r.: Bürgermeister Ulrich Lange, Künstler Johannes „Löppi“ Heinemann, Herbert Gruber (Erster Vorsitzender Heimatverein) und Joachim Hanewinkel (Geschäftsführer Heimatverein)

Im Beisein von Bürgermeister Ulrich Lange wurde am Sonntag, den 18. Januar 2026, im Heimatmuseum eine Ausstellung mit Werken von Johannes „Löppi“ Heinemann eröffnet. Die Ausstellung ist bis Ende März immer am Sonntag von 14-16 Uhr während der Öffnungszeit des Heimatmuseum zu besichtigen. Erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt wurde auch eine Drehorgel (Leierkasten), die von Grundauf von einem Bad Lippspringer Bürger nach historischen Vorbildern gebaut wurde.

Der Ausleger des ehemaligen Frisörsalons ziert bis heute das Atelier
in der Bielefelder Straße 11.

Johannes Heinemann, im Kurort ebenso bekannt unter seinem Spitznamen „Löppi“, war nicht nur Frisörmeister in vierter Generation. Schon in frühester Jugend zeigte sich bei dem heute 78-jährigen ein besonderes, künstlerisches Talent. Im Fach Kunst gab es schon in der Grundschule fast immer die Note „Eins“. Überhaupt war er ein guter Schüler und oft Klassenprimus. So stand denn auch nach dem vierten Schuljahr die Diskussion um einen Wechsel ins Gymnasium an. „Damals kam der Klassenlehrer sogar zu uns nach Hause und versuchte meine Eltern zu überreden,“ erinnert sich Johannes Heinemann. Doch der berufliche Werdegang war vorgegeben. Die Heinemanns sind Frisöre in der vierten Generation. Schon der Urgroßvater übte dieses Handwerk aus. So übernahm er schon kurz nach der Gesellenprüfung den väterlichen Salon in der Bielefelder Straße und noch heute ziert ein schmucker Werbeausleger den ehemaligen Herrensalon, den „Löppi“ zu seinem Atelier umgestaltet hat. Als Maler ist er zeitlebens Autodidakt geblieben.

Bilder aus dem Kunstunterricht und viele Zeitungsartikel über sein Wirken hat Johannes Heinemann aufgeboben.

Viele Stunden hat er hier seitdem malend verbracht und zuvor, als er noch aktiver Frisör war, gab es im Obergeschoss in der Wohnung ein Zimmer für die Malerei. Rund 300 Werke hat er im Laufe der Zeit geschaffen. Auch die alten Bilder aus der Schulzeit hat er aufgehoben. Buntstiftzeichnungen und Aquarelle standen damals auf der Tagesordnung. Eine Wende brachte das zwölfte Lebensjahr, als er von seinem Vater einen kompletten Satz mit Ölfarben geschenkt bekam. Seitdem malt er mit Öl- und Acrylfarben. Heinemanns Kunstwerke sind im Kurort inzwischen eine Institution.

In den 1980er Jahren kopierte Johannes Heinemann im Auftrag der Stadt das Historiengemälde „Sachsentaufe“.

Als er im Jahr 1984 von Stadtdirektor Heinrich Kohlbrei und Bürgermeisterin Elisabeth Winkler gefragt wurde, ob er das monumentale Historiengemälde „Sachsentaufe“ kopieren könne, sagte er zu. Erst wenig später erkannte er, was er sich damit eingehandelt hatte. Das 3,50 x 2,20 große Bild des Berliner Historienmalers Prof. Hans W. Schmidt entstand in den 1920er Jahren aus dem Anlass der Erbauung der Kaiser-Karls-Trinkhalle. Die Trinkhalle sollte schließlich wegen Baufälligkeit in den 1980er Jahren abgerissen werden und man schaffte das wertvolle Bild in den Rathaus-Sitzungssaal, wo es bis heute hängt. Doch alles kam dann anders. Die Trinkhalle blieb erhalten und wurde renoviert und so entstand der Wunsch nach einer Kopie des Gemäldes. Pünktlich zur Wiedereröffnung der Kaiser-Karls-Trinkhalle hatte Johannes Heinemann sein Werk vollendet. „An dem Bild habe ich fünf Monate gearbeitet,“ erinnert sich der Maler heute. Jeden Abend um 19 Uhr habe er seinen Frisörladen zugemacht und begab sich auf den Weg in die Brunnenstraße, wo man ihm im Hause Wolthaus ein Atelier eingerichtet hatte. Auch von anderen, historischen Gemälden hat Johannes Heinemann Kopien angefertigt. So zum Beispiel von der Verleihung der Stadtrechte im mittelalterlichen Lippspringe und auch von der ältesten, erhaltenen bildlichen Darstellung der befestigten Stadt, die von dem bekannten Mittelalter-Maler Fabrizius stammt. Zur Landesgartenschau schuf Johannes Heinemann die künstlerischen Vorlagen für den Kolping-Kreuzweg an der Friedenskapelle.

Das Gen für das künstlerische Talent hat Johannes „Löppi“ Heinemann inzwischen an seinen Enkel Oskar abgegeben. Der Drittklässler bemalt derzeit zusammen mit einem Freund den Adler für das Jungschützen-Schießen zum diesjährigen Schützenfest. Für den Heimatverein hat „Löppi“ Heinemann jetzt eine Auswahl von überwiegend Bad Lippspringer Motiven zusammengestellt. Die Vernissage zur Ausstellung im Heimatmuseum im Haus Hartmann, Kirchplatz 1, findet am kommenden Sonntag, dem 18. Januar um 14 Uhr statt. Alle Kunstfreunde sind eingeladen, der Künstler ist anwesend! Das Heimatmuseum zeigt die Ausstellung dann noch bis zum 29. März. Sie ist immer sonntags von 14-16 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Der „Herr der Farben“ in seinem Atelier.

(Alle Fotos: Heimatverein Bad Lippspringe/Heinemann)

(Beitrag ergänzt am 20.1.26)

Ergebnisse der Mitgliederversammlung vom 27. August

Am Mittwoch, den 27. August fand im Kongreßhaus unsere außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Diese war notwendig geworden, weil es seitens des Finanzamtes leider doch Beanstandungen an unserer zuletzt Anfang des Jahres verabschiedeten Satzung gab. Herzlichen Dank an alle Mitglieder, die trotz des „trockenen“ Themas zu dieser Versammlung erschienen sind!

Über unser Heft, das schon vor einigen Wochen an alle Mitglieder verteilt worden ist, hatten wir zu dieser Versammlung fristgerecht eingeladen. Und auch die geplanten Änderungen der Satzung wurden über unsere Webseite frühzeitig bekannt gegeben.

Über die Satzungsänderung wurde ausführlich diskutiert, am Ende wurde der Entwurf einstimmig und ohne Enthaltungen von den Mitgliedern angenommen. Sie finden jetzt beschlossene Satzung auf dieser Webseite: https://heimatverein-badlippspringe.de/unsere-satzung/

Im Anschluss nutzte der Vorstand die Gelegenheit, ausführlich über die anstehenden Aktivitäten zu informieren.

Der Vorsitzende berichtet, dass die kleine Kulturfahrt im September bereits allein durch „Mundpropaganda“ ausgebucht ist. Ziel dieser Fahrt ist der Pflaumenmarkt in Oelde-Stromberg.

Der Vorsitzende berichtet über den Termin 6. September 2025 zur Eröffnung des neuen Feuerwehrgebäudes in Bad Lippspringe. Von Seiten des Heimatvereins soll der Feuerwehr ein besonderes historisches Geschenk feierlich überreicht werden.

Mit einer finanziellen Förderung aus dem LEADER-Programm wird momentan die Liborius-Trinkhalle aufgewertet. Ein Außenanstrich ist bereits erfolgt. Im Innenraum sollen neue Bücherregale sowie eine neue Sitzbank installiert werden. Die Geschichte der Trinkhalle soll auf einer neuen Infotafel dargestellt werden.

In der Kaiser-Karls-Trinkhalle ist unter anderem die Heizung erneuerungsbedürftig. Es gibt einen Vorschlag, direkt neben der Trinkhalle ein Wasserrad in der Lippe für die künftige Energieerzeugung der Trinkhalle zu errichten. Dies könnte dann an der Stelle eingesetzt werden, an der sich auch früher schon das Wasserrad der Lippspringer Mühle befand.

Für die Kulturfahrt 2026 werden noch Vorschläge angenommen. Von Seiten des Vorstands gibt es die Idee, das Schloss Herdringen sowie den Sorpesee im Juni 2026 zu besuchen. Es folgt ein kurzer Bericht über das derzeit laufende Projekt zur Digitalisierung historischer Fotos aus Bad Lippspringe. Die neue EDV-Ausstattung ist technische Grundlage dieses ehrgeizigen Projekts.

Auch die Zahl der Museumsbesucher hat in den letzten Monaten eine durchaus erfreuliche Entwicklung genommen.

Noch einmal ganz herzlichen Dank an alle Mitglieder für die erfreulich hohe Beteiligung an dieser Versammlung!