Ausgabe 77 „wo die Lippe springt“ erschienen

In dieser Woche wurde das Heft 77 an unsere Mitglieder verteilt. Auch liegt es an verschiedenen Stellen im Ort kostenlos zum Mitnehmen aus.

Titelbild Ausgabe 77  "wo die Lippe springt"
Titelbild Ausgabe 77 „wo die Lippe springt“

Wir haben wieder eine Reihe spannender Artikel zu bieten:

  • Reinhard Brockmann schreib in seinem Beitrag „Wie Luthers Leben das östliche Westfalen veränderte“ auch über die Reformation in Bad Lippspringe und Paderborn
  • Joachim Hanewinkel schreibt über die Renaturierung des Thunebachs

und in weiteren Artikeln berichten wir über die Landesgartenschau, ein Wimmelbild, über Änderungen im Vorstand des Heimatvereins und manches mehr.

Wenn Sie dieses Heft auch gerne persönlich besitzen möchten, werden Sie doch einfach Mitglied bei uns im Heimatverein. Wir freuen uns auf Sie!

 

Historische Kostbarkeiten aus dem Bad Lippspringer Kurwald

Bad Lippspringe (bsv). Wer weiß noch wo die Wetterstation stand? Wer kennt die Waldbühne? Wer kann sich an die Gaststätte Waldschlösschen erinnern? Diese und andere Fragen beantworten mit Beginn der Landesgartenschau in Bad Lippspringe die Westkompanie des Bürgerschützenvereins und der Heimatverein. Die Idee zu dem Projekt wurde bereits 2016, am „Tag der Westkompanie“, geboren. Im Verlauf einer Führung durch das künftige LGS-Gelände im Kurwald hielt Oberleutnant Thomas Thiele einen Vortrag über die ehemalige Waldbühne. Zu sehen ist davon heute, bis auf den Souffleusekasten, nichts mehr. Das ist nicht mehr zu ändern, auf einer 42 mal 42 Zentimeter großen Infotafel am alten Standort werden nun die Gäste der Gartenschau über die wechselvolle Geschichte der alten Bühne fundiert unterrichtet. Die Westkompanie macht auf fünf weiteren Infotafeln auch noch auf andere historische Plätze aufmerksam. So können die Besucher die Fotos und Texte mit der Wirklichkeit vergleichen und sich selbst ein Bild machen, wie die Standorte im Gelände früher ausgesehen haben. Zusätzlich ist ein Link per QR-Code zu weiteren Texten und Fotos möglich. Unter der Gesamtleitung von Hauptmann Magnus Wille sorgten die Schützenbrüder Ulrich Lange (Grafik), Beppo Steiner (Web-Auftritt) und Thomas Thiele (Recherche) für die Umsetzung. Die geschichtlichen Hintergründe trug der Heimatvereinsvorsitzende Wilhelm Hennemeyer bei, die Suche nach Fotos und Texten unterstützte sein Vereinskollege Klaus Böning. Die Verbundenheit der Westkompanie mit der Landesgartenschau ist übrigens schon seit 2015 sichtbar. Damals wurde auf dem Landesgartenschaugelände als Patenbaum eine 15 Jahre alte Wildkirsche gepflanzt. Abgekürzt WK – passend zu den Initialen der Westkompanie.

Hier geht es zu den wunderschönen Webseiten der Westkompanie.

Von Papisten und Lutherböcken

Am Montag, den 20. März, hielt der Journalist Reinhard Brockmann in der Kaiser-Karls-Trinkhalle einen lebendigen Vortrag über den Verlauf der Reformation in unserer Region.

Reinhard Brockmann kurz vor Beginn seines Vortrags.
Reinhard Brockmann kurz vor Beginn seines Vortrags.

Vor 500 Jahren begann mit dem Thesenanschlag gegen den Ablaßhandel von Martin Luther an der Wittenberger Schloßkirche die Zeit der Reformation. Reinhard Brockmann schilderte an Hand vieler Zitate und Bilder das erste Jahrhundert der Reformation rund um Paderborn. Dieses war von einem ständigen hin und her zwischen der katholischen und der lutherischen Lehre gekennzeichnet. Dabei ging es den damals Beteiligten oft sicherlich weniger um die „richtige“ Theologie, sondern eher um soziale Fragen und um die Freiheitsrechte der Bürger.

1526 kam es in Paderborn zu einer ersten evangelischen Predigt durch den Hofkaplan des Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen, der sog. Paderborner „Fensterpredigt“. In den folgenden Jahren schlossen sich immer mehr Paderborner der neuen Lehre an, besonders unterstützt durch das heute nicht mehr vorhandene Minoritenkloster. 1532 forderten 300 evangelische Männer, die eine „Schwurvereinigung“ gebildet hatten, dass ihnen die Gaukirche und die damalige Marktkirche für ihren Glauben überlassen werden. Diese reformatorischen Bestrebungen wurden jedoch 1532 durch Hermann von Wied zunichte gemacht. 1545 trat Hermann von Wied jedoch selbst zum lutherischen Glauben über und die Paderborner Bürger konnten wieder frei ihre Religion wählen. Die örtliche Macht blieb jedoch in Händen des katholischen Domkapitels.

So ging es in den Folgejahren hin und her. In Paderborn wurde in den Kirchen katholisch gepredigt, doch viele Paderborner zog es jeden Sonntag in das reformierte Schlangen. Diese Wanderungen dürften auch an den Lippspringer Bürgern nicht spurlos vorbei gegangen sein. Die Stadt stand zwar einerseits unter dem Schutz des Paderborner Domkapitels und der katholischen Burgherren, andererseits gibt es jedoch historische Quellen, die zeigen, das es auch in Bad Lippspringe zu jener Zeit evangelische Prediger gegeben hat. Nachgewiesen ist, dass die erste Lippspringer Kirche von 1437 im Jahr 1599 abgerissen wurde und durch eine neue Kirche, von der heute noch Teile des Portals erhalten sind, 1600 neu erbaut wurde. So heisst es in einer Quelle, diese Kirche sei von „Akatholiken“ gebaut worden, die früher übliche Bzeichnung für „Nicht-Katholiken“, also evangelische. Über die Hintergründe dieses Neubaus ist heute jedoch nichts mehr bekannt. Er geschah jedoch in einer Zeit, in der die Evangelischen in Paderborn neuen Aufschwung erhielten. 1604 wurde in der Stadt Liborius Wichard zum ersten evangelischen Bürgermeister gewählt, auch wenn er noch im gleichen Jahr durch durch die Truppen unter Führung Dietrich von Fürstenberg in Paderborn abgesetzt und gevierteilt. Über Bad Lippspringe wird berichtet, dass hier von 1605 bis 1609 noch ein „entsprungenes Mönchlein“ evangelisch gepredigt hat. Erst durch Amtmann Moller wurden 1610 die Lippspringer von der „lutherischen Irrlehre zurück zum wahren katholischen Glauben“ geführt. Noch 1689 schrieb Pfarrer Oisthaus, das in der Martinskirche „keine Zeichen von Konsekration“ zu finden seien (was bedeutende würde, dass der Neubau tatsächlich „evangelisch“ erfolgte und nicht nach katholischer Weihe.)

Mehr zur Geschichte der christlichen Kirchen in unserer Stadt können Sie übrigens in dem leider nur noch antiquarisch erhältlichem Buch „Bad Lippspringe – Beiträge zur Geschichte“, Herausgegeben von der Stadt Bad Lippspringe und dem Heimatverein, erschienen im Bonifatius Verlag 1995 mit der ISBN-Nummer 978-3870887407 lesen.

Straßenbahn Paderborn – Bad Lippspringe

Wir dürfen ein verkehrsgeschichtliches Kleinod online stellen:

Ein Film (ohne Ton) der Straßenbahnlinie Paderborn – Bad Lippspringe.

Die Straßenbahnlinie 2 an der Grenze zwischen Bad Lippspringe und Marienloh in einer kurzen Filmsequenz aus dem Jahr 1958. Die Aufnahme stammt vom Hobby-Filmer Rudolf Tegethoff, dem damaligen Mühlenbesitzer aus Marienloh. Rudolf Tegethoff hat diverse lokale Ereignisse im Film festgehalten.
Wir bedanken uns herzlich für die Erlaubnis, diesen Film hier online stellen zu dürfen.

20. März: 500 Jahre Reformation in der Region

Ein Vortrag von Reinhard Brockmann

Der Reformator Martin Luther war nie in Bad Lippspringe, dennoch hatte seine neue Lehre erhebliche Auswirkungen auf das Hochstift Paderborn und das Fürstentum Lippe. Referent Reinhard Brockmann unternimmt eine Spurensuche im Grenzgebiet. Von Herford über Lippe sowie durch den Lippstädter Luther-Studenten Johannes Westermann erreichte die Reformation die Region. In einem kurzen Intermezzo bekannte sich selbst ein Paderborner Bischof zu der neuen Lehre. Vor allem in den selbstbewussten Mittelschichten der Hanse-Städte wurden die Ideen Martin Luthers und Johannes Calvins aufgegriffen. Die Stadträte brachten sie als politisches Instrument gegen den Einfluss der katholischen Kirche in Stellung. 1521, vier Jahre nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg, kam es im heutigen Ostwestfalen zu den ersten Unruhen gegen die Geistlichkeit. Auch Paderborn, Lemgo, Herford sowie Soest und Münster gerieten in den Bann der neuen Lehre und der bald einsetzenden Gegenreformation.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bad Lippspringe.

Am Montag, den 20. März 2017 von 19:30 – 21:00 Uhr im Begegnungszentrum Kaiser-Karls-Trinkhalle, Lange Straße 29a (Eingang an der Rückseite des Gebäudes). Eintritt frei.

 

4. März: Grünkohlwanderung

Der Heimatverein Bad Lippspringe lädt herzlich ein zur traditionellen Grünkohlwanderung . Im letzten Jahr musste diese ja leider wegen eines starken Sturms abgesagt werden, hoffen wir, dass in diesem Jahr das Wetter uns gnädiger gestimmt ist.

Die Wanderung geht durch die Lippewiesen bei Marienloh. Treffpunkt ist am Samstag, den 4. März um 14:30 Uhr am Neuhäuser Weg, beim Gelände der ehemaligen Mechanischen Weberei. Rückfahrt ist um ca. 17:30 Uhr.

Anschließend gibt es ab ca. 18 Uhr im Restaurant „Zur Lippequelle“ (Hucks) an der Marktstraße den traditionellen Grünkohl.

Anmeldungen bitte unter Telefon 50184 oder 6787.

Einladung zur Mitgliederversammlung

Der Heimatverein Bad Lippspringe e.V. lädt ein zur Mitgliederversammlung:

am Dienstag, den 7. Februar 2017,

19:30 Uhr im Saal der Gaststätte Anders (Oberließ).

Tagesordnung:

Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden und Feststellung der form- und fristgerechten Einladung        -kleiner Imbiss –

  1. Gedenken der verstorbenen Heimatfreundinnen und Heimatfreunde
  2. Jahresbericht des 1. Vorsitzenden
  3. Berichte der Arbeitskreisleiter
    • Natur und Umwelt: Marietheres Kriebel
    • Verkehrsgeschichte: Joachim Hanewinkel / Udo Fröhlich
    • Stadtbildgestaltung: Willi Hennemeyer
  4. Bericht des Geschäftsführers und Schatzmeisters: Günter Schulte
  5. Bericht der Kassenprüfer
  6. Entlastung des Vorstands
  7. Wahlen:
    • Kassenprüferin / Kassenprüfer
    • Schriftführerin / Schriftführer
  8. Ehrung für 25-jährige und längere Mitgliedschaft
  9. Sonstiges
    • Kulturfahrt + Grünkohlwanderung 2017: Ziel und Termin ergeben sich aus der Diskussion
    • Anregungen der Versammlungsteilnehmer

Anträge an die Mitgliederversammlung müssen spätestens 8 Tage vorher schriftlich beim Vorstand eingegangen sein

gez. W. Hennemeyer
(1. Vorsitzender)

Ausgabe 76 „wo die Lippe springt“ erschienen

In den letzten Tagen wurde die Ausgabe 76 der Informationsreihe des Heimatsvereins Bad Lippspringe „wo die Lippe springt“ an alle Mitglieder verteilt.

Deckblatt "wo die Lippe springt" Ausgabe 76, Dezember 2016
Deckblatt „wo die Lippe springt“ Ausgabe 76, Dezember 2016

Das neue Heft enthält einen Artikel von Reinhard Brockmann „Bald 100 Jahre Kino in Bad Lippspringe“, eine Fortsetzung des Artikels über Bad Lippspringer als Soldaten im Kriegsjahr 1916 „Vorwärts auf den Feind, koste es, was es wolle!“ von Hans-Christian Schall und viele weitere Artikel. Auf der vorletzten Seite enthält es auch schon die Einladung zur Mitgliederversammlung am 7. Februar.

Wenn Sie dieses Heft auch gerne persönlich besitzen möchten, werden Sie doch einfach Mitglied bei uns im Heimatverein. Wir freuen uns auf Sie!

Historische Geschäfte in Bad Lippspringe

Hier zeigen wir Ihnen hier drei historische Bilder von Geschäften aus Bad Lippspringe.

Die Bilder stammen aus den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Erinnern Sie sich vielleicht noch an diese Läden oder ihre Besitzer? Haben Sie dort eingekauft? Welche Waren wurden angeboten?

Wenn Ihnen zu diesen Geschäften Geschichten einfallen, würden wir diese gerne von Ihnen erfahren. Nutzen Sie zum Beispiel einfach die Kommentarmöglichkeit unten auf dieser Seite.

Gemüse Schmidt 1959
Gemüse Schmidt 1959
Lebenmittelgeschäft Schmidt in der Lange Straße
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Durch einen Klick auf die Steuerzeichen unter dem Bild können Sie zu den anderen Bilder weiter schalten. Mit einen Klick auf ein Bild öffnet sich eine größere Ansicht. Probieren Sie es aus.

(Alle Bildrechte vorbehalten. Nutzung dieser Bilder für private oder andere Zwecke nur nach schriftlicher Genehmigung durch den Heimatverein.)

14. November: Erinnerung und Mahnung. Kriegerdenkmäler im Kreis Paderborn

Ein Vortrag von Wilhelm Grabe

In Deutschland soll es vorsichtigen Schätzungen zufolge etwa 100.000 Kriegerdenkmäler geben. Auch im Kreis Paderborn gibt es eine überraschende Vielzahl von Denkmälern, mit denen an Kriegstote erinnert wird. Aber man muss schon mit offenen Augen umhergehen, um diese Kriegerdenkmäler in unserer Umgebung überhaupt wahrzunehmen. Dabei gibt es einiges zu entdecken, auch und gerade in Bad Lippspringe: So entstand das älteste Kriegerdenkmal im Zusammenhang mit den sogenannten „Befreiungskriegen“ nach 1813. Nach dem Ersten Weltkrieg breiteten sich Kriegerdenkmäler gleichsam flächendeckend aus. Und auch nach Ende des zweiten Weltkrieges wurden zahlreiche Denkmäler eingeweiht. Wir haben es jedoch keineswegs mit einer gradlinigen Entwicklung zu tun. Der Bau der Denkmäler spiegelt immer auch gesellschaftliche Diskurse. Jede Zeit hat ihre eigenen Deutung des Krieges. Der Leiter des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn Wilhelm Grabe beschäftigt sich seit längerem mit dieser Form der Erinnerungskultur.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bad Lippspringe.

Am Montag, den 14. November 2016 von 19:30 – 21:00 Uhr im Begegnungszentrum Kaiser-Karls-Trinkhalle, Lange Straße 29a (Eingang an der Rückseite des Gebäudes). Eintritt frei